News 5 Min. Lesezeit · 3. Juli 2026

Microsoft Ads für B2B im Mittelstand – lohnt sich Bing Ads?

Viele Mittelständler ignorieren Microsoft Ads - und verschenken dabei günstigen Zugang zu Entscheidern in Büros. Warum Bing Ads im B2B mehr Potenzial hat, als die meisten ahnen.

Jakub Vanek
Jakub Vanek
Senior Media Buyer · Ads Performance
Microsoft Ads für B2B im Mittelstand: Lohnt sich Bing Ads?

Microsoft Ads für B2B – Warum Bing für dein Unternehmen wichtiger ist, als du vielleicht denkst

Viele Unternehmen im Mittelstand stecken viel Geld in Google Ads, erhöhen das Budget und feilen an Keywords. Dabei übersehen sie oft eine Plattform, die in Büros fest verankert ist – Microsoft Ads. Auf vielen Firmenrechnern läuft Bing einfach als Standard-Suchmaschine, ganz ohne bewusste Entscheidung der Mitarbeiter. Wenn du im B2B-Bereich die wirklich wichtigen Leute erreichen willst, solltest du das nicht ignorieren.

Warum Microsoft Ads im B2B-Mittelstand wirklich zählt

Rund 95 % aller Firmen weltweit nutzen Microsoft-Betriebssysteme. Bing ist auf Windows-Geräten vorinstalliert und bleibt in vielen Firmenumgebungen, wo die IT vieles sperrt, die einzige aktive Suche. Ein Großteil der Suchanfragen im Büro landet deshalb auf Bing. Nicht, weil jemand sich bewusst dafür entscheidet, sondern weil die IT nichts anderes freigegeben hat.

In Deutschland hat das Microsoft Search Network bei der Desktop-Suche einen Marktanteil von rund 16 % (Stand 2024/2025). Jeden Monat erreicht Microsoft Advertising global etwa 145 Millionen Menschen. Das ist kein kleines Nischenpublikum.

Wer sucht eigentlich auf Bing?

Die Nutzer von Bing sind im Schnitt etwas älter, haben höhere Haushaltseinkommen und suchen viel häufiger vom Desktop aus – also genau da, wo im B2B-Bereich recherchiert wird. Wer tagsüber im Büro nach einem neuen ERP-System, einer Logistiklösung oder einem IT-Dienstleister sucht, macht das selten mit dem Handy.

Das liegt an der weiten Verbreitung von Windows in Unternehmen. Der Anteil an Entscheidern ist auf Bing von Natur aus höher als bei Google, weil Firmennetzwerke Bing quasi bevorzugen.

Der CPC-Vorteil – und was er wirklich bedeutet

Der durchschnittliche Klickpreis (CPC) bei Microsoft Ads liegt dauerhaft deutlich unter dem Google-Niveau. Für B2B-Keywords, die bei Google gerne mal 8-15 € kosten, kann das konkret bedeuten, du bekommst denselben Klick für 5-10 €.

Wenn du 10-25 % deines Budgets von Google zu Bing verschiebst, kann das die Kosten pro Akquise (Cost-per-Acquisition) im B2B-Bereich spürbar senken – vorausgesetzt, Tracking und Kampagnenstruktur stimmen.

Günstigere Klickpreise bedeuten nicht automatisch bessere Ergebnisse. Das Suchvolumen ist kleiner, der Algorithmus tickt anders, und schlecht gemachte Kampagnen verbrennen auch bei günstigen Klicks Geld. Der niedrigere CPC zahlt sich nur aus, wenn dein Tracking und deine Kampagnenstruktur wirklich stimmen.

LinkedIn-Targeting – der entscheidende Vorteil gegenüber Google

Hier wird es für B2B-Werbetreibende richtig spannend. Microsoft besitzt LinkedIn und nutzt diese Daten direkt in der Ads-Plattform. Du kannst deine Suchanzeigen gezielt nach Jobtitel, Branche und Unternehmensgröße ausspielen.

Was das konkret heißt? Du kannst eine Suchanzeige für deine Buchhaltungssoftware gezielt nur CFOs in Unternehmen mit 50-500 Mitarbeitern zeigen. Bei Google ist das so nicht möglich.

Die Klickpreise für dieses LinkedIn-Profil-Targeting in der Suche liegen typischerweise deutlich unter dem, was du direkt auf LinkedIn zahlst. Auf LinkedIn selbst zahlst du für vergleichbare Zielgruppen oft ein Vielfaches pro Klick.

Ein wichtiger Hinweis für Deutschland, Österreich und die Schweiz – nicht alle LinkedIn-Targeting-Optionen sind in allen Märkten verfügbar. Jobtitel- und Branchen-Targeting funktioniert aber bereits hier – prüfe vor dem Start im Microsoft Ads Interface, welche Optionen für deine Zielregion freigeschaltet sind.

So startest du Microsoft Ads als Ergänzung zu Google Ads

Der einfachste Weg ist der Google-Import. Microsoft Ads bietet eine Funktion, mit der du deine bestehenden Google-Kampagnen in wenigen Minuten übernehmen kannst. Das spart Zeit – aber übernimm nicht alles blind. Gebote, Gebotsstrategien und manche Anzeigenerweiterungen musst du anpassen, weil der Algorithmus anders funktioniert als bei Google.

  • Installier das UET-Tag (Universal Event Tracking) auf deiner Website, bevor du live gehst. Ohne sauberes Conversion-Tracking optimierst du ins Leere.
  • Beginne mit 10-25 % deines aktuellen Google-Ads-Budgets. Das reicht aus, um aussagekräftige Daten zu sammeln.
  • Beobachte die Suchanfragenberichte (Search Term Reports). Bing matcht manchmal breiter als Google – schließe irrelevante Begriffe frühzeitig aus.
  • Gib dem Algorithmus 4-6 Wochen Lernzeit, bevor du größere Anpassungen an den Kampagnen vornimmst.
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FAQ – Microsoft Ads im B2B

Lohnt sich Microsoft Ads auch mit kleinem Budget?

Ab etwa 300-500 € monatlichem Testbudget bekommst du verwertbare Daten. Darunter dauert es zu lange, bis du Muster erkennst. Für sehr spezielle B2B-Produkte kann es auch mit weniger Budget funktionieren, weil der Wettbewerb auf Bing oft viel geringer ist als bei Google.

Kann ich meine Google-Kampagnen 1:1 übertragen?

Die Import-Funktion erleichtert den Start enorm, aber eine 1:1-Übertragung funktioniert auf Dauer nicht. Gebotsstrategien, Anzeigentexte und Keyword-Match-Types verhalten sich bei Microsoft Ads anders. Plane nach dem Import ein bis zwei Stunden für die Nacharbeit ein.

Wie messe ich Conversions richtig?

Über das UET-Tag von Microsoft, das du auf allen wichtigen Seiten einbaust. Alternativ kannst du Conversions über den Google Tag Manager einrichten oder Offline-Conversions importieren – das ist besonders wichtig für den B2B-Bereich mit längeren Vertriebszyklen, wo ein Abschluss nicht sofort online passiert.

Fazit – Microsoft Ads als zweite wichtige Säule im B2B-SEA

Microsoft Ads ersetzt Google Ads nicht. Aber für den Mittelstand mit einer klaren Zielgruppe ist es eine starke zweite Säule: günstigere Klicks, weniger Wettbewerb und ein Targeting über LinkedIn-Daten, das Google nicht bieten kann. Wer einen Teil seines SEA-Budgets auf Bing verlagert, erreicht damit oft dieselben oder mehr Entscheider – zu niedrigeren Kosten pro Akquise. Das ist längst kein Experiment mehr, sondern bewährte Praxis.

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Jakub Vanek
Jakub Vanek
Senior Media Buyer · Ads Performance

Google Certified Partner. 8 Jahre Performance Marketing, ~10 Mio. € verwaltetes Adspend. Vom eigenen E-Commerce-Shop im Möbelbereich zu 5-stelligen Monatsbudgets im Mittelstand – mit vernetztem Blick von Feed über Tracking bis CRM.